Schrift vergrößernAktuellesImpressum
Naturfreunde Löhne
Aktuelles

Naturfreunde                                                                                         .

 

  Kalter Krieg 2016


Klimawandel stoppen!
1. Co2 Bilanzen
2. Maßnahmen
3. Bilanzen kontrollieren
...


Atmospheric CO2


" Disobedience ist ein neuer Film über ein neues Stadium der Klimabewegung: über den wagemutigen Kampf an vorderster Front für den Klimaschutz auf jedem Kontinent, angeführt von ganz normalen Menschen, die genug von der Macht und der Verschmutzung der Kohle-, Öl- und Gasindustrie haben."


weiterer Link:
www.lichter-fuer-syrien.de/start/


 

Termine finden Sie hier: ›» Termine


Seit 30 Jahren wird vor großen Migrationsbewegungen gewarnt

Ein Standpunkt von Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands

 
 

Keiner kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Seit mehr als dreißig Jahren wird darüber geredet und geschrieben, welche Folgen durch die Konflikte um Erdöl im Nahen Osten, den Klimawandel, die alten und neuen Stellvertreterkriege, die Verarmung ganzer Regionen drohen. Vor allem wird dabei immer wieder vor großen Migrationsbewegungen gewarnt.

Was dabei auf uns zukommen kann, dafür war der Bürgerkrieg im Sudan ein schreckliches Beispiel: Das gegenseitige Aufschaukeln der Faktoren Klimaänderungen, Nahrungsmangel und ethnische Konflikte führte zum Krieg und schließlich zu einer gewaltigen Fluchtbewegung. Weil diese von Europa aber noch relativ weit entfernt war, wurde sie nur zur Kenntnis genommen, mehr nicht.

Die Tür nach Europa lässt sich nicht wieder schließen
Dass Menschen in zerfallenden Staaten vor Krieg, Verödung, Gewalt und Terror fliehen, ist verständlich, war absehbar und wird auch künftig so sein. Deshalb ist es kaum erträglich, wenn Politiker, Verbandsvertreter oder Politikberater heute mit ernstem Gesicht in die Kameras sagen, wir müssen an den Ursachen ansetzen. In welcher Welt leben die denn, die so etwas als neue Erkenntnis verkünden? Die das erst jetzt erkennen? Und wie glaubwürdig ist das?

Die Lagebeurteilung in Mitteleuropa ist letztlich nur deshalb anders geworden, weil uns seit dem Jahr 2015 die Folgen der massenhaften Flucht auch unmittelbar betreffen. Die syrischen, irakischen, afghanischen und pakistanischen Flüchtlinge, die über Griechenland und die Balkanroute kommen, haben die Tür nach Mitteleuropa bereits weit aufgestoßen. Und klar ist auch: Die Tür kann nicht einfach wieder zugemacht werden, denn das wäre ein massiver Rückschlag – nicht zuletzt für die Europäische Union.

Wir brauchen eine nachhaltige Welt
Die große Zahl der Geflüchteten zeigt, was bereits im Brundtlandbericht der UN von 1987 steht: Wir leben auf einer verschmutzten, überbevölkerten, ungleichen und störanfälligen Welt. Und mit dem schnellen Zusammenwachsen der globalisierten und digitalisierten Erde holen uns die Folgen dieser Entwicklung ein.

Deshalb fordern wir NaturFreunde auch eine sozial-ökologische Transformation, denn wir brauchen eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche, also nachhaltige Welt. Von daher geht es sowohl um Hilfe für die Integration der Geflüchteten als auch um eine Weltinnenpolitik, die an den Konfliktursachen ansetzt. Beides gehört zusammen, sollen die Probleme wirklich gelöst werden.

Wir leisten dazu unseren Beitrag – mit der Flüchtlingshilfe in den Naturfreundehäusern sowie unseren Projekten und Partnerschaften in Afrika. Und wir treten einer Stimmungsmache entgegen, die die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen will, sondern reiner Populismus ist.

Klar ist allerdings auch: Mit der steigenden Zahl der Geflüchteten kommt auch die soziale Frage zurück. Wir müssen für mehr Gerechtigkeit kämpfen – in allen Bereichen.

Michael Müller
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands


Geflüchtete willkommen!
Chancen nutzen – Farbe bekennen Geflüchtete willkommen heißen – Fluchtursachen bekämpfen Jeder Geflüchtete – egal ob er seine Heimat wegen Krieg, wirtschaftlichen oder umweltpolitischen Gründen verlässt – ist zunächst einmal Mensch. Dies sollte gerade in der derzeit geführten Debatte
herausgestellt werden. Diese Menschen kommen nicht ohne Grund zu uns.
Wer Waffen verkauft und hieraus „Gewinn“ erzielt, muss damit rechnen, dass diejenigen, auf die die Waffen gerichtet sind, zu uns kommen.
Wer Handelsverträge entwirft und abschließt, um andere nicht nur auszubeuten, sondern ihnen auch die wirtschaftliche Grundlage eines angemessenen Lebensstils entzieht, darf sich nicht wundern,
wenn die Ausgebeuteten zu uns kommen oder neue – auch illegale und menschenrechtswidrige – Tätigkeiten aufnehmen.
Wer klimaschädliche Wirtschaftspolitik betreibt und so die natürliche Lebensgrundlage anderer zerstört, zerstört deren Heimat und muss diesen Menschen ein neues Zuhause geben. Die Geflüchteten kommen also nicht überraschend. Wer etwas anderes sagt, versteht die Zusammenhänge
nicht oder lügt bewusst. In einem Teil der Gesellschaft hat sich eine gefährliche explosive Stimmung entwickelt. Wir NaturFreunde werden nationalistischen und rassistischen Äußerungen entgegentreten. Wir machen deutlich, dass sich die NaturFreunde als Teil der antirassistischen und
antifaschistischen Bewegung in unserem Land verstehen. NaturFreunde begrüßen die hunderttausendfache Hilfe durch Freiwillige, die dazu beitragen, Geflüchteten Hilfe bei ihrer Ankunft in Deutschland zu geben.
Die vielen zehntausend Ehrenamtlichen helfen mit, dass die fehlende Infrastruktur der öffentlichen Hand zum Teil ausgeglichen werden kann und die nicht akzeptablen Verhältnisse in vielen provisorischen Unterkünften zumindest verbessert werden können. Dafür danken die Natur?
Freunde den vielen Engagierten. NaturFreunde leisten Hilfe und leben Interkulturalität. Die NaturFreunde begrüßen das große Engagement vieler Ortsgruppen und Einzelmitglieder in der Arbeit für und mit Geflüchteten. NaturFreunde engagieren sich in lokalen Geflüchteteninitiativen,
haben ihre Häuser für Geflüchtete geöffnet, organisieren direkte Hilfe und machen Angebote für die Integration von Geflüchteten in die Arbeit der NaturFreunde. Der Bundesausschuss der Natur?Freunde bedankt sich bei den engagierten Ortsgruppen und NaturFreunde?Mitgliedern für diese
wichtige Arbeit und bittet alle Ortsgruppen zu prüfen, ob sie mit ähnlichen Aktionen mithelfen können, die Chancen und Möglichkeiten der neuen Bürger_innen in Deutschland zu erhöhen und ihnen über die Mitarbeit bei den NaturFreunden einen Einstieg in die Integration in das neue Umfeld
zu ermöglichen.
1. Schon seit Jahren engagieren sich zahlreiche Ortsgruppen global bei der Hilfe zur Selbsthilfe, damit Fluchtgründe gar nicht erst entstehen. Wir leisten bereits an vielen Orten der Welt Hilfe zur Selbsthilfe. Diese Hilfe muss nicht nur erhalten, sondern ausgebaut werden. So ist zum Beispiel die Einrichtung eines internationalen Klimafonds ein Schritt, der den betroffenen Ländern zugutekommen soll. Insbesondere die armen Regionen des globalen
Südens, die schon seit Jahrzehnten den Folgen des Klimawandels ausgesetzt sind, ohne selbst nennenswert Emissionen verursacht zu haben, müssen unterstützt werden.
2. Wir NaturFreunde setzen uns aktiv für die Integration der Geflüchteten in die Gesellschaft ein. Wir freuen uns auf neue Erfahrungen und die Bereicherung unserer Gesellschaft durch die neu ankommenden. Seit vielen Jahren leisten viele NaturFreund_innen aktive Arbeit für eine interkulturelle Entwicklung der Gesellschaft. Wir heißen die Geflüchteten willkommen.
Wichtig ist aber eine kontinuierliche Hilfe. NaturFreunde bieten schon jetzt dauerhafte Unterstützung. Viele helfen durch ehrenamtliche Deutsch? und Integrationskurse, unterstützen die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in Ersteinrichtungen oder gestalten ihre Freizeit gemeinsam mit den Geflüchteten.
3. Wir NaturFreunde wollen unsere Arbeit in den Gruppen weiterentwickeln und die Integration von Geflüchteten in die Arbeit der Ortsgruppen ermöglichen. Hierfür werden wir unsere Angebote überprüfen und erweitern.
4. Wir unterstützen unseren Jugendverband, die Naturfreundejugend Deutschlands, dabei, auf die Bedürfnisse junger Geflüchteten einzugehen und eigenständige Angebote für diese jungen Menschen anzubieten. Wir sind davon überzeugt, dass jungen Geflüchteten ein informelles Lernen und das Erleben von Freiräumen ermöglicht werden muss. Junge Geflüchtete
haben ein Recht auch auf einen Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten, damit sie Gemeinschaft erfahren und sich entfalten können. Insbesondere Jugendverbände bieten dafür viele Möglichkeiten und Perspektiven.
5. Die Naturfreundehäuser wollen wir für die Arbeit mit Geflüchteten öffnen und auch Möglichkeiten der zeitweisen Unterbringung von Geflüchteten prüfen. Naturfreundehäuser sind Räume für Interkulturalität und bieten eine große Chance für integrative Angebote, gesellschaftliches Engagement für und mit den Geflüchteten.
Wir NaturFreunde sind gegen die „Festung“ Europa Wir stehen als internationale Organisation, mit einer 120?jährigen Geschichte für ein offenes, für ein tolerantes Europa, in dem es in Einklang mit unseren Werten steht zu helfen. Die Abschottung der europäischen Außengrenzen zwingt Flüchtende zu gefährlichen Routen über den West?Balkan und das Mittelmeer. Mit der aktuellen Politik der Europäischen Union wird der häufig fatale Menschenschmuggel noch lukrativer. Schutzsuchende müssen die EU auf legalem und sicherem Wege erreichen können.

Wir NaturFreunde fordern:
1. Fluchtursachen verhindern! Für viele Fluchtursachen auf dieser Welt ist die Politik der Staaten des globalen Nordens verantwortlich: Die Rüstungs? Außen? und Wirtschaftspolitik trägt dazu bei. Wir NaturFreunde sind überzeugt, dass wir eine Politik und Wirtschaftsentwicklung brauchen, die nicht zu Lasten vieler Länder geht.
2. Wir NaturFreunde fordern die Bundesregierung auf, dass Konflikte nicht mit militärischen Mitteln ausgetragen werden. Waffen schaffen keinen Frieden, sondern nur neues Leid.
Deshalb lehnen wir Waffenexporte entschieden ab und fordern ein grundgesetzlich verankertes Verbot von Waffenexporten.
3. Auf Dauer ist die Unterstützung von Asylbewerber_innen ehrenamtlich nicht allein zu stemmen. Die Unterstützung der Geflüchteten ist auch Aufgabe der Regierung und der Verwaltung. Wir müssen unsere Regierung zu eindeutigen und klaren Bekenntnissen und Handeln zwingen und die gesellschaftliche Bedeutung von Verbänden wie den Natur?
Freunde Deutschlands und ihrem Jugendverband deutlich aufzeigen.
4. Hass und Hetze darf weder in der Politik noch in der Gesellschaft Grundlage des Handelns und der Kommunikation werden. Hier gilt es von Anfang an, sich mit klaren Worten zu bekennen: Wo rassistische Bewegungen aufmarschieren, müssen wir uns diesen entgegenstellen.
Wo gehetzt wird, ist Widerspruch notwendig. Wenn wir jetzt nicht gemeinsam handeln, ist unsere offene Gesellschaft in Gefahr.
5. Nötig ist Hilfe zur Integration. Dabei darf dies aber keine Einbahnstraße sein. Wir können und wollen unsere Lebensweise keinem anderen aufzwingen. Offene Herzen und Verstand sind der Schlüssel zur Integration. Dass dies nicht einfach ist und auch Risiken in sich birgt,
ist allen vernünftigen Menschen bewusst. Wer aber nichts riskiert, lässt Chancen für uns alle ungenutzt verstreichen. Der Valletta?Gipfel: falsche Antworten für Menschen in Not Die Regierungen der Europäischen Union geben die falschen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Nicht die Bekämpfung von Flüchtenden darf im Mittelpunkt der Politik stehen,
sondern die Hilfe für Menschen in Not. Die Ergebnisse des „Valletta?Gipfels“ setzen vor allem auf Abschreckung, Abschiebung und Druck auf die Staaten Afrikas.
Wir NaturFreunde fordern:
1. Die Schaffung eines speziellen EU?Hilfsprogramms zur direkten Hilfe für Menschen in Not und auf der Flucht begrüßen die NaturFreunde ausdrücklich. Die NaturFreunde erwarten jedoch von den Regierungen der EU?Staaten, dass die bisher bereitgestellten Mittel in Höhe von 1,8 Milliarden Euro aus dem EU?Haushalt von den nationalen Regierungen deutlich aufgestockt werden. Die NaturFreunde lehnen alle Versuche der EUKommission ab, Hilfen für Mensch in Not, an den Abschluss von Rücknahmeabkommen oder die Einrichtung von Asylzentren in den jeweiligen Ländern zu koppeln.
2. Die geplanten Rückführungsabkommen mit den Staaten Afrikas lösen nicht die Migration, sondern verschärfen die Probleme. Die Forderung, dass afrikanische Staaten die Pflicht haben, „illegal“ in die EU eingereiste Personen zurückzunehmen, führt zu einer Kriminalisierung der Geflüchteten in den Staaten der EU und in den Herkunftsländern.
Durch den Versuch der EU sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ festzulegen, wird der Druck auf die Staaten Afrikas weiter erhöht und Menschen systematisch ihr individuelles Recht auf Asyl beschnitten. Gleichzeitig ist die Forderung der EU, dass afrikanische Staaten Gesetze gegen“ illegale“ Einwanderung erlassen, der Versuch, Menschen auf der Flucht zu kriminalisieren.
3. Die Schaffung von neuen Aufnahmeeinrichtungen auf den sogenannten Migrationsrouten hat alleine das Ziel, Menschen auf der Flucht daran zu hindern, in andere Staaten der EU zu kommen. Diese Migrationszentren lehnen die NaturFreunde ab.
4. Die NaturFreunde begrüßen alle Schritte, die Möglichkeit einer legalen Einreise in die EU zu erweitern.
Beschluss des Bundesausschusses der NaturFreunde Deutschlands vom 14.11.2015


NaturFreunde warnen: Krieg erzeugt Krieg

Vor neuen Kampfeinsätzen in Syrien warnt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

Die Kriege in den Ölländern der Nahostregion und die terroristischen Attentate, die längst auch Westeuropa erreicht haben, zeigen in aller Deutlichkeit: Krieg erzeugt Krieg. Aus Hunderten ISIS-Terroristen vor wenigen Jahren sind Zehntausende Kämpfer der Mörderbande Islamischer Staat (IS) geworden, die zur stärksten und reichsten Terrorgruppe der Welt aufgestiegen ist.

Die jetzt auch in Deutschland immer unverhohlener geforderten militärischen Gegenschläge werden jedoch die Ursachen für Terror und Gewalt nicht beseitigen, weil darunter immer zuerst die Zivilbevölkerung leidet: in Syrien und im Irak die von den Bombardements betroffenen Bürgerinnen und Bürger, in den westlichen Ländern die Opfer von Terrorattentaten. Jeder weiß es: Gewalt setzt eine Spirale in Gang, die sich immer schneller dreht. Krieg erzeugt Krieg.

Die Kanzlerin sagt: Die Attacken des Islamischen Staates brauchen eine militärische Antwort. Die NaturFreunde Deutschlands fordern: Nein, es muss andere Wege geben, um den Terror zu stoppen. Warum wird dem IS nicht der Geldhahn abgedreht? Warum wird Öl gekauft, das aus IS-beherrschten Quellen kommt? Warum werden immer mehr Waffen in die Region gepumpt? Warum wird nicht endlich ernst gemacht mit dem Klimaschutz, obwohl die Folgen der Erderwärmung immer mehr Menschen die Lebensgrundlagen entziehen? Weil längst die Unlogik des Krieges regiert. Wir müssen unbedingt umdenken. Jetzt.

Der 13. November 2015 ist ein weiteres schreckliches Datum in der Weltgeschichte des Terrors. Was in Paris geschehen ist, kann mit nichts gerechtfertigt werden. Aber die Welt darf nicht in einen neuen Krieg hineingezogen werden. Syrien braucht ein Entwicklungsprogramm, das den Menschen eine demokratische und soziale Perspektive gibt. So würde dem Terror der Nährboden entzogen.

Denn das eigentliche Problem ist: In der Welt werden die Unterschiede immer größer. Bald werden fast zwei Milliarden Menschen in Slums und Lagern leben. Die Welt braucht eine neue Ordnung. Doch solange die Industriestaaten im Verbund mit den Ölscheichs die Völker in den Ölregionen ausbeuten, verfestigen sich die Gründe für Terror und Migration.


Streuobstwiesen-Film


TTIP DEMO 10 Oktober Berlin

 





 www.naturfreunde.de/demonstriere-auch-du-gegen-ttip-ceta-am-1010-berlin

"Die Abkommen sind ein Angriff auf die Demokratie"
Eröffnungsrede von Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde
Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands warnte während seiner Rede zum Auftakt der Demonstration vor der "kapitalistischen Weltrevolution": "Wir sind hier, weil wir unsere Zukunft nicht den Märkten überlassen dürfen, sondern die Demokratie stärken wollen. Wir wollen keine Marktgesellschaft. Wir wollen eine demokratische Republik", so Müller.

Zur Rede:
www.naturfreunde.de/wir-demonstrieren-gegen-ttip-weil-die-politik-der-globalisierung-versagt


Wir wollen ein TCPA:  TransatlanticClimateProtectionAgreement


TTIP Reader:

www.naturfreunde.de/sites/default/files/attachments/nfd-ttip-reader.pdf

 


 

Saft aus eigenen Äpfeln“

Presstermin

Am 04.10.2015 war das "Das Saftmobil" in Löhne  www.das-saftmobil.de.

 

 

 


 

Biobrotbox-Aktion 2015

Das durch Ehrenamtliche und Sponsoren gestemmte Projekt braucht Ihre Unterstützung. Sei es durch die Übernahme einer Patenschaft, durch eine Spende oder auch durch Ihre tatkräftige Unterstützung beim Einpacken und verteilen der Boxen. eMail: naturfreunde-loehen(at)riseup.net

Nordrhein-Westfalen

77 Bio-Brotbox Initiativen
27% aller Erstklässer in der BRD erhalten die Biobrot-Box

 
 

Beverungen/Borgentreich

 
 

Kleve

Kathi Schoofs (Sängerin, 2013 bei The Voice of Germany im Halbfinale)

 

Leverkusen (1800) und Rheinisch-Bergischer Kreis (2600) 

 
 

Löhne

Naturfreunde Löhne

 

Münster

Fußball-Drittligist SC Preussen Münster

 

--------

Jedes achte Lebensmittel,

das wir kaufen, werfen wir weg.


Du kannst das ändern.



TTIP-Demo

 


Storchenhorst
Mit dem E-Kangoo (www.werrestromer.de), konnte das erste Teilstück  für das Storchennest von der Firma Schormann zur Bertolt-Brecht-Gesamtschule transportiert werden.
 Die Platte wird in der Schule weiter verarbeitet.


 

Müllsammel-Aktion vom 18.05.


Klimapreis 2015
mehr Infos unter: www.stiftung-naturfreunde-loehne.de



"Manchmal ist Klimaschutz ganz einfach, wir müssen es nur TUN"

Wir müssen uns gemeinsam für ein gesundes Klima motivieren, um so auch den zukünftigen Generationen gute Chancen auf Wohlstand und Glück zu ermöglichen.

“Atomausstieg selber machen”

“Atomausstieg selber machen” ist ein Bündnis von Umweltverbänden, Verbraucherschutz-Organisationen und Anti-Atom-Initiativen. Wir rufen alle Menschen und Unternehmen in Deutschland dazu auf, kein Geld mehr an die

Atomkonzerne und ihre Tochter- unternehmen zu zahlen.”


Strompreise Stand September 2015

Greenpeace Energy
26,65 Cent/kwh
8,9 Grundpreis

Naturstrom
26.25 Cent/kwh
7,95 Grundpreis

Lichtblick
26,44 Cent/kwh
8,95 Euro Grundpreis

EWS Schönau
26,75 Cent/kwh
6,9 Grundpreis

Wir als Naturfreunde UNTERSTÜTZEN Sie gerne dabei.
Vereinbaren Sie mit uns ein Termin, oder rufen Sie bei Fragen an.
Büro: 05732 6884286 (AB)  Mail:2n92a92t92u92r92f92r92e92u92n92d92e92-92l92o92e92h92n92e92Ø92r92i92s92e92u92p92.92n92e92t9


Als Naturfreunde setzen wir uns  für gerechte Arbeits- und Lebensbedingungengegen die Ausbeutung von Mensch und Natur ein.

Nach Ditfurth, müsste ein Produkt alle extra Kosten berücksichtigen.

“VERURSACHER – PRINZIP”

Der Volkswirtschaftliche Schaden ist enrom, und wird auf die Steuerzahler abgewälzt.

UNTERSTÜTZEN SIE DIE ENERGIEWENDE JETZT!
ALS VERBRAUCHER HABEN SIE DIE WAHL UND DIE MÖGLICHKEIT DAZU!


weiterer Link:

www.ecotopten.de/prod_strom_prod.php

www.robinwood.de/OEkostrom-Wechsel-Jetzt.oekostrom.0.html

  59/2012

Strompreise 2015

Strompreis2015 pdf


Quelle: bielefeld-steigt-aus.de



E.on verfeuert Frankreichs Wald (Petition)

Die Hälfte des Holzes für das Kraftwerk Provence-4 in Gardanne bei Marseille soll aus Südfrankreich stammen. Dafür würden für E.on Wälder in der Region kahlgeschlagen und die Artenvielfalt bedroht. Für die andere Hälfte sollen in Kanada und den USA Bäume fallen.

Für das Klima hätte die Umstellung von Kohle auf Biomasse negative Folgen: Bäume für die Stromerzeugung zu verbrennen, verursacht mehr klimaschädliche Gase als Kohlestrom.

E.on muss das Kohlekraftwerk aufgrund von EU-Vorgaben...


www.regenwald.org/aktion/959/e-on-verfeuert-frankreichs-wald

 


 

Wir sammeln alte Handys.

Was damit gemacht wird, erfahren Sie hier::

mobile-box.eu/


Fremdsprachen lernen
Spannender Sprachworkshop für dich: Viel Spaß beim Ausprobierem mit neuen Freunden und kostenloses Mitmachen!

"Gehirn gerechtes Sprachenlernen" nach Anleitung von Karin Holenstein www.protalk.ch/
 
Du möchtest eine Sprache lernen ohne Vokabeln zu büffeln? Du möchtest sofort mit den Texten anfangen, die dich interessieren?Dabei kannst du deine eigenen Schwerpunkte bestimmen. Auf Vokabeln und Grammatik pauken wird verzichtet.
 
Du kannst das HÖREN und LESEN trainieren, um besser zu verstehen oderdas SPRECHEN und SCHREIBEN  üben, um dich aktiver auszudrücken. 
 
Inhalt :
  • Grundlagen wie Lernen funktioniert
  • 4-Lern-Schritte: begreifen, übersetzen, hören, machen
  • Mythos Vokabeln / Grammatik lernen
  • DVD – Nutzung
  • Handlungsketten erstellen
  • Vorteile in der Gruppe (solidarisch miteinander)
  • Online-Möglichkeiten
 
Mitmachen :
Das Angebot kann ab einem Alter von 12 Jahren inAnspruch genommen werden.
Treffort: nach Absprache

Falls Du weitere Fragen hast, meld dich


Wieso ein Sprachworkshop?
Die meisten empfinden Grammatik und Vokabel lernen als langweilig.Im Schulunterricht wird nicht auf die Bedürfnisse und Interessen dereinzelnen eingegangen. Am Ende wurde viel Zeit im Sprachunterrichtverbrachtund trotzdem wurde kaum etwas gelernt. Mit diesem Angebot sollen alleihre Fähigkeiten nutzen, selbstständig und unabhängig vonanderen, eine Sprache zu lernen.Und das ohne Druck der Eltern oder bezahlte Nachhilfestunden. Sprachdefizite der Schlüerinnen und Schüler sind nur eine scheinbare Ursache von Schwächen im Schulsystem.

Wir freuen uns auf dich!



Harald Lesch über Klimawandel, Energieversorung und Schule uvm.

 


 


Quelle: www.oya-online.de/article/read/1292-chronisch_vergiftet.html#

Jahrzehnte lang werden solche und viele weitere wichtige Themen im Schulunterricht nicht integriert.

Chronisch vergiftet

Fast alle Menschen auf dem Land und
in der Stadt ­haben inzwischen das Ackergift ­Glyphosat im Körper.

von Ute Scheub , erschienen in 26/2014

Küchengerüche liegen in der Luft des »Idinger Hofs« in Bad Fallingbostel, aber auch Schwaden aus Zorn, Verzweiflung und Wut. Alle paar Monate treffen sich dort Landwirte und Viehhalterinnen aus ganz Deutschland. Es geht um eine unheimliche Krankheit, die ihre Existenz ruiniert hat, aber nach Meinung der Behörden gar nicht existiert: um »chronischen Botulismus«.
Ulrich Kuder, Bauer aus Thoßfell im sächsischen Vogtland, hat zusammen mit seinem Bruder Mario rund 300 Kühe verloren. Die Geschwister hatten dieselben Symptome wie ihre Rinder: Muskellähmungen, Bewegungsprobleme und Gelenkschmerzen. Hermann Bormann, Milchbauer im niedersächsischen Ubbendorf, war stolz auf die überdurchschnittliche Leistung seiner Kühe. Bis 400 Tiere starben. Niels Bratrschovsky aus dem mecklenburgischen Groß Stieten verlor 850 Tiere, auch Hofhund und Hofkatze; die Familie erkrankte.
Heinrich Strohsahl aus einem Dorf bei Itzehoe in Schleswig-Holstein musste ohnmächtig zusehen, wie innerhalb von gut zwei Jahren mehr als 1000 seiner Hochleistungskühe verendeten. Er erkrankte selbst schwer, hatte Muskel-, Schluck- und Augenprobleme, war ständig müde, und wenn er im Bett lag, fingen »alle Muskeln an zu vibrieren«. Der Hof, den er mit seinen Brüdern geerbt hatte, sollte sein Lebenswerk werden. Nun ist er ruiniert.
Einen zweistelligen Millionenschaden hätten die in der »Interessengemeinschaft Botulismus« (www.ig-botulismus.de) organisierten Landwirte erlitten, schätzt ihr Vorsitzender Klaus Wohldmann aus Demen in Mecklenburg. Er selbst musste nach dem Tod von 300 Tieren seinen Hof aufgeben, die ganze Familie wurde krank, sein jüngster Sohn ist schwerstbehindert. Der vom Schicksal schwer getroffene Mann hat den Eindruck, dass die Behörden ihn als Querulanten sehen und immer wieder schikanieren, statt ihm zu helfen.
»Das kann niemand nachvollziehen, der kein Bauer ist, wie einem zumute ist, wenn täglich Tiere sterben«, sagt Ulrich Kuder.
Chronischer Botulismus breitet sich seit Mitte der 1990er Jahre aus. Nach Schätzungen verschiedener Experten sind 2000 bis 9000 Höfe betroffen, mit Schwerpunkt in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Dunkelziffer ist extrem hoch, weil Betroffene aus ökonomischen Gründen schweigen. »Landwirte sehen sich gezwungen, Fleisch und Milch von kranken Tieren zu vermarkten«, sagt einer von ihnen. Welche Folgen das für Konsumenten hat, ist völlig ungeklärt. Das Problem geht weit über Deutschland hinaus. In den USA und Kanada sterben immer mehr Jungtiere. Der dänische Tierarzt Jörn Erri berichtet in Fallingbostel von erkrankten Herden und ruinierten Höfen in Dänemark und Schweden, andere wissen von Fällen in Belgien und den Niederlanden.
 

Behörden: Die Bauern sind selbst schuld
Wenn eine Krankheit von Tier zu Tier oder gar zu Menschen überspringt, ist die Definition einer »Tierseuche« erfüllt. Doch Bundes- und Landesministerien stufen diese neue Form des Botulismus nicht als solche ein – wohl aus Furcht vor einem Lebensmittelskandal.

Obwohl das Bundes­agrarministerium seit über einem Jahrzehnt von dem seuchenhaften Geschehen weiß, gab es erst 2012 eine Studie dazu in Auftrag – deren Methodik umstritten ist. Ergebnisse sind, wenn überhaupt, erst ab Mai zu erwarten. Eine Entschädigung der Betroffenen lehnte das Bundeslandwirtschaftsministerium noch unter Ilse Aigner ab. Für das Ministerium und das ihm unterstehende Bundesinstitut für Risikobewertung ist chronischer Botulismus nur eine »Hypothese zur Erklärung eines unspezifischen Krankheitsbildes«. Die Krankheit sei auf Fütterungsfehler der Landwirte und schlechte Hofhaltung zurückzuführen. Mit anderen Worten: Die ruinierten Bauern seien selbst schuld.
»Seltsam«, merkt Niels Bratrschovsky sarkastisch an, »dass sich in bestimmten Regionen die dummen Bauern so häufen.«
Also, was sind die Ursachen? Bei Familie Bratrschovsky sind Fäulnisbakterien durch DDR-Altlasten auf den Hof gelangt, bei den Wohldmanns durch eine Fluss-Überschwemmung. In vielen Fällen aber gibt es einen anderen Verdacht: Glyphosat. Chronischer Botulismus trat parallel zum Einsatz von glyphosathaltigem Kraftfutter seit 1996 und verstärkt seit 2005 auf.
»Nervengift für Rinder« nennt der Zoologieprofessor Sievert Lorenzen das meistverkaufte Pflanzenvernichtungsmittel der Welt in einem Aufsatz. Und weiter: »Praktisch wie bei der Entstehung jeder Krankheit sind auch bei der Entstehung von chronischem Botulismus verschiedene Faktoren beteiligt: Einer von ihnen, das Bakterium Clostridium botulinum, vollzieht den Ausbruch der Krankheit, die anderen Faktoren, vor allem Glyphosat, begünstigen ihn.« Der Professor spricht deshalb von einem »Glyphosat-Vergiftungs-Syndrom«.
 

Gift als umweltfreundliche Alternative?
Clostridium botulinum, das mit Botulinumneurotoxin eines der stärksten Gifte überhaupt produziert, ist in sehr geringem Umfang natürlicherweise im Boden vorhanden. Solange sich in einer lebendigen Erde viele seiner mikrobiotischen Gegenspieler tummeln, stellt es keine Gefahr dar. In ihrer »Göttinger Erklärung« äußerten Tiermediziner jedoch schon im März 2010 den Verdacht, es könnte sich in Biogasanlagen rapide vermehren und dann über das Ausbringen von Gärresten auf Äcker und Grasflächen den Boden kontaminieren und in den Futterkreislauf geraten. Glyphosat wiederum verändert die Zusammensetzung des Bodenlebens, so dass sich dort pathogene Keime schneller ausbreiten können.
In etlichen betroffenen Betrieben wurde inzwischen Glyphosat nachgewiesen. Die Brüder Strohsahl und andere Bauern hatten ihre Kühe mit glyphosathaltigem Kraftfutter gefüttert. Hermann Bormanns Hof liegt in der Abluftfahne eines Kraftfutterwerks, in dem Gen-Soja verarbeitet wird. Im Urin des kranken Bauern Kuder stellte die Leipziger Professorin Monika Krüger 2,29 Mikrogramm Glyphosat pro Liter fest. Das ist das 229-Fache des Grundwasser-Grenzwerts für das Agrogift, der 0,01 Mikrogramm pro Liter beträgt! Wieviel Gift der Landwirt in seinem Körper hat, darüber sagt der Wert indes nicht viel aus, denn mit Trinken lässt er sich »verdünnen«. Zudem scheiden erkrankte Menschen oder Tiere weniger Gift aus, wenn ihre Nieren bereits geschädigt sind.
Da Monsanto Glyphosat als »umweltfreundliche« Alternative zum bodenschädigenden Pflügen anpreist, setzen Landwirte es umittelbar vor und nach der Ernte ein, schwerpunktmäßig in den Großbetrieben Norddeutschlands. Auch so gerät es ins Stroh, Vieh- und Menschenfutter. Im bayerischen Chiemgau, wo die Rinderdichte genauso hoch ist wie im Norden, die Bauern aber fast kein Gen-Soja verfüttern oder es im Rahmen der »Aktion Zivilcourage« (www.zivilcourage.ro) sogar explizit boykottieren, gibt es dagegen kaum chronischen Botulismus (siehe Karte). Und laut einer Studie der Tiermedizinerin Monika Krüger – gerade erst im Journal of Environmental & Analytical Toxicology publiziert – haben Kühe aus dem gentechnikfreien Chiemgau auch fast kein Glyphosat im Urin. 
Glyphosat ist ein sogenannter Chelator, der lebenswichtige Spurenelemente wie Mangan und Selen für den Organismus unverfügbar macht. Das löst Mangelerscheinungen aus sowie eine »Kaskade von Wirkungen«, so der Tierarzt Achim Gerlach aus Dithmarschen. »Wenn wir uns dieses Problems nicht annehmen, wird es in Deutschland bald keine Hochleistungs-Milchproduktion mehr geben«, warnt er. Weil Tiere Spurenelemente kaum mehr aufnehmen können, stehen sie mangelernährt, abgemagert und unfähig zu trinken vor ihren »Kraft«futtertrögen, bis sie sterben.
Monika Krüger sieht Glyphosat zumindest als »Mitverursacher«. Nach aktuellen Studien aus Leipzig und Übersee hat das Gift im Verdauungssystem von Hühnern, Kühen und wohl auch Menschen fatale Folgen: Probiotische Bakterien sterben ab, Clostridien, Salmonellen und andere Krankheitserreger nehmen rasant zu. Weil Glyphosat zudem Darmschleimhäute angreift, werden die Tiere mit den Erregern nicht mehr fertig. Bei Kühen aus konventionellen dänischen Ställen diagnostizierte das Leipziger Team Glyphosat im Urin und gleichzeitig Mangan- und Kobaltmangel sowie Leber- und Nierenschäden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung wiegelte ab: Ein »kausaler Zusammenhang« lasse sich durch die Studie nicht belegen. Das hatten die Forscher auch nicht behauptet, weil es wissenschaftlich unhaltbar wäre.
 

Fast alle Menschen haben Glyphosat im Urin
Das Leipziger Wissenschaftsteam testete auch mehrere hundert Land- und Stadtbewohner, Fleischesser und überwiegend Bio-Kost verzehrende Personen – fast niemand war glyphosatfrei. Die Werte schwankten zwischen 0,5 und 2,0 Mikrogramm pro Liter Urin, wobei Menschen mit konventionellen Ernährungsgewohnheiten ungefähr dreimal so hohe Werte wie Bio-Essende aufwiesen. Auch der Bremer Mediziner Hans Wolfgang Hoppe fand bei rund zwei Dritteln der Testpersonen das Gift im Harn. In einer »Peer-Review«-Studie fanden die Leipziger zudem heraus, dass chronisch kranke Menschen signifikant höhere Werte des Agrogifts aufwiesen als gesunde. Möglicherweise führen glyphosatverursachte Mangelerscheinungen auch bei Menschen zu chronischen Krankheiten oder verstärken diese.
Millionen Deutsche nehmen Glyphosat auf – in konventionellem Fleisch, Milch, Milchprodukten, Eiern, Sojaprodukten, Brot und anderen Getreideprodukten. Tiere werden mit Gen-Soja-»Kraftfutter« aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und den USA gefüttert. Jeder Bundesbürger konsumiert laut einer Studie des NABU im Schnitt jährlich 60 Kilogramm genverändertes Soja. Studien darüber, wie viel Agrogift er damit aufnimmt, gibt es nicht.
Bei Menschen, die sich biologisch ernähren, müsste die Giftbelastung eigentlich bei Null liegen. Aber vermutlich über Feldverwehungen oder Gülle-Einträge ins Grundwasser haben auch sie Spuren im Harn. In meinem Urin betrug die Belastung 1,77 Mikrogramm pro Liter, bei meinem Mann 1,96 und bei meinem Sohn 0,88. Wir essen seit Jahren Bio-Kost.
Gentechfutter wird beim Import zudem fast nie kontrolliert. 2010 zogen die Behörden laut Antwort auf eine Anfrage der Bundestags-Grünen exakt sieben Glyphosat-Proben. Die NGO Testbiotech stellte 2013 auf Sojafeldern in Argentinien Überschreitungen des ohnehin hohen Grenzwerts in 7 von 11 Proben fest; der höchste Wert lag bei fast 100 Milligramm pro Maßeinheit.
Im Herbst 2012 fand »Ökotest« das Pflanzengift in 14 von 20 getesteten konventionellen Getreideprodukten wie Mehl, Brötchen und Haferflocken. Wahrscheinliche Ursache: Seit 2006 erlaubt die EU die Vorerntetrockung (»Sikkation«) von konventionellem Getreide, Kartoffeln, Raps und Hülsenfrüchten durch Glyphosat. Den Grenzwert für dessen Gehalt in Getreide und Soja ließ die EU-Kommission 2012 klammheimlich heraufsetzen, für Soja beträgt er nun stolze 20 Milligramm pro Kilo.
Eine BUND-Studie vom Juni 2013 bestätigte: Fast die Hälfte aller Stadtbewohner in Europa hat Glyphosat im Körper. In Staaten mit intensiver Landwirtschaft – etwa Deutschland, Großbritannien und Polen – waren 70 Prozent der Menschen belastet. Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung wiegelt ab: Dass immer mehr Glyphosat gefunden werde, sei »erwartbar« und kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Die täglich duldbare Aufnahmemenge könne sogar von 0,3 auf 0,5 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht heraufgesetzt werden, verkündete es nach Auswertung neuer Studien bei einem Symposium Anfang 2014.
Die Betroffenen haben also ein Problem: Sie müssen eine Kausalwirkung beweisen – was ihnen niemals gelingen kann. »In diesem Niedrigdosis­bereich sind praktisch nie eindeutige Ursachen beweisbar. Deshalb können sich die Ämter aufs Nichtstun verlegen, solange es keine breite politische Bewegung dagegen gibt«, sagt ein Wissenschaftler, der namentlich nicht genannt werden will.
 

Umweltverseucher Monsanto
In seiner Werbeschrift »Agrardialog«­ behauptet Monsanto, Glyphosat sei »der am besten untersuchte Herbizidwirkstoff überhaupt«. Es blockiere wachstumsfördernde Enzyme bei Pflanzen, die bei Mensch und Tier nicht vorkämen; seine geringe toxische Wirkung sei hundertfach belegt. Die investigative Journalistin Marie-Monique Robin deckt jedoch in ihrem Buch »Mit Gift und Genen« auf, dass unzählige Studien von Monsanto bezahlt und manipuliert wurden – auch jene, auf die sich das Bundesinstitut für Risikobewertung bezog.
Am Anfang der Gentechnik stand eine politische Entscheidung der US-Regierung unter Bush senior: Gentech ist gut, die Risiken sind wegzudefinieren. Genmanipulierte Pflanzen seien »artgleich« mit ihren konventionellen Verwandten. Und weil Soja harmlos sei, müsse die Wirkung von Gen-Soja nicht untersucht werden (»substanzielle Äquivalenz«). Dennoch waren manche Testergebnisse so katastrophal, dass Studien verfälscht wurden, etwa durch Bildung falscher Kontrollgruppen oder Unterdrückung von Todesfällen. Monsanto wurde deswegen zigfach gerichtlich verurteilt.
Wiederholt sich das Muster dieser Geschichte? Eine Manipulation der Tests besteht darin, dass sie meist mit reinem Glyphosat und nicht mit den noch viel giftigeren Beistoffen durchgeführt wurden. Besonders Zusatzstoffe wie Tallowamine und der Abbaustoff AMPA stehen im Verdacht, schwere Störungen bei der Zell- und Embryonalentwicklung sowie im Hormonsystem von Tieren und Menschen zu verursachen. Unabhängige Forscher verweisen auf den starken Anstieg von Brust- und Prostatakrebs in den USA, seit Monsanto in den 1970er Jahren mit dem Glyphosat-Verkauf begonnen hat. Weil das Agrogift Störungen der Darmflora, der Enzymaktivitäten und des Sulfattransports verursache, sei es mitverantwortlich für den alarmierenden Anstieg von Depressionen, Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Autismus und Alzheimer. Andere Untersuchungen machen Glyphosat und AMPA für das weltweite Amphibiensterben verantwortlich. Wie viel Gift sich in hiesigen Gewässern befindet, weiß niemand, weil es nicht gemessen wird. In einer US-Studie war es in 70 Prozent aller Proben des Regenwassers, in 50 Prozent der Bäche und in 20 Prozent der Seen nachweisbar.
In der ZDF-Sendung »Das stille Gift« gab ein Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung zu: »Wir haben keine eigenen Studien, nur die der Antragsteller.« Da beißt sich die Schlange in den Schwanz: Weil es kaum unabhängige Untersuchungen gibt, behaupten Behörden, es gebe keinen Schadensbeweis, ergo kein Problem. Und deshalb wird nun die tägliche duldbare Aufnahmemenge noch weiter hochgesetzt.
Die EU-Zulassung von Glyphosat läuft 2015 aus. Der Bundesrat hat sich im November 2013 auf Druck mehrerer rot-grüner Landesregierungen bereits für ein Verbot seiner Anwendung in Haus- und Kleingärten sowie bei der Vorerntetrocknung von Getreide ausgesprochen. Wenn genug öffentlicher Druck entsteht, bestehen Chancen, dass das Gift verboten wird – trotz der verharmlosenden Haltung der Behörden. Diesem Ziel verschreibt sich die Kampagne »Ackergifte? Nein danke!«, die vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen hat.
Damit ist den in Fallingbostel versammelten, schwer getroffenen Landwirten allerdings noch nicht geholfen. Sie fordern ein Vermarkungsverbot für kranke Tiere, eine gewissenhafte Verbraucheraufklärung sowie einen Entschädigungsfonds. •

Ute Scheub (58) lebt als Publizistin und promovierte Politikwissenschaftlerin in Berlin. Sie schreibt lieber Geschichten des Gelingens über ökosoziale Pioniere als über Gifte.

___________________________

Was ist Glyphosat?
Der US-Konzern Monsanto ließ Glyphosat in den 1970er Jahren patentieren. Es kommt in Form eines Salzes zum Einsatz und behindert den Stoffwechsel der Pflanze, so dass sie abstirbt. Glyphosat ist Hauptbestandteil von »Roundup«, dem meistverkauften Herbizid der Welt. Weil das Patent inzwischen abgelaufen ist, stellen auch Syngenta, Bayer oder chinesische Konzerne das Agrogift her. In Deutschland landen jährlich 7000 bis 15 000 Tonnen auf rund 40 Prozent aller Ackerflächen.
Zur Superprofitquelle für Monsanto wurde Glyphosat durch die Erfindung der Gentechnik: Sprüht man ein Feld mit »Roundup« ein, sterben alle Pflanzen – außer den genmanipulierten. Deutschland ist derzeit zwar noch frei davon, aber Gen-Soja aus Amerika ist auch hier seit 1996 als Kraftfutter für Tiere zugelassen. Monsanto-Lobbyisten drängen darauf, den EU-Markt im Rahmen des derzeit zwischen den USA und der EU verhandelten TTIP-Freihandelsabkommens noch weiter für Gentechnik zu öffnen – und bei Nichtzulassung Schadensersatzklagen zu ermöglichen!

Ackergifte? Nein danke!
Ute Scheub schreibt derzeit an einem Buch, das bei think­Oya im Oktober erscheinen wird: »Ackergifte? Nein danke! Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft« Die Flugschrift wird enthüllen, welche Lobbys den Einsatz von Gift auf unseren Äckern propagieren, die Lügen entlarven, die sie uns auftischen, und vor allem Wege aufzeigen, die zu einer gesunden, vielfältigen Landwirtschaft führen. Das Buch wird die Kampagne www.ackergifte-nein-danke.de begleiten.


Wo stehen wir als Menschheit?

Zukunftsforscher, Umweltspezialisten, Klimaforscher, Sozial- und Naturwissenschaftler sind sich weitgehend einig: Die moderne Zivilisation befindet sich in einer kritischen Übergangsphase. Die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen hat dramatische Formen angenommen. Künftige Generationen werden in einer schwer geschädigten Umwelt leben müssen. Die westliche Zivilisation hat sich von natürlichen Prozessen und Rhythmen abgekoppelt und eine langfristig nicht zukunftsfähige Lebensweise entstehen lassen, in der soziale Sicherheit abnimmt und seelische Krankheiten zunehmen.

Ob lokale Initiativen, nationale Gesetzgebungen oder internationale Konferenzen: Kein umweltpolitischer Ansatz hat bislang dazu geführt, unsere kollektive
Fahrt in immer größere Schwierigkeiten aufzuhalten. Umweltpolitische Maßnahmen haben lediglich die Geschwindigkeit der Zerstörung verringert.
Konventioneller öffentlicher Umweltschutz hat sich bisher überwiegend darauf beschränkt, Reparaturen an schwer geschädigten Ökosystemen vorzunehmen. Geschützt wird dabei meist nicht die Umwelt, sondern der Mensch vor der Bedrohung durch eine längst zerstörte Natur. Statt einen grundlegenden Wandel in unserem Umgang mit der Natur zu fördern, dient der konventionelle Umweltschutz weiten Teilen der Politik und Wirtschaft eher als ein Alibi, um im wesentlichen so fortzufahren wie bisher. Diesen nur umweltpolitischen Ansatz bezeichnen wir mit dem norwegischen Philosophen Arne Naess als „oberflächliche Ökologie“. Sie hat inder Vergangenheit wichtige Impulse gesetzt, heute wird jedoch offensichtlich, dass dieser Ansatz nicht ausreicht, um eine nachhaltig lebensfähige Weltgesellschaft zu ermöglichen.

Anthropologen und Kulturwissenschaftler weisen seit Jahren darauf hin, dass die Wurzel für die ökologische Krise unsere herkömmlichen Welt- und Menschenbilder sind. Um die Krise, mit der wir unseren Planeten bedrohen, aufzulösen, müssen wir Menschen unsere Rolle in der Welt neu bestimmen. Tiefgehender Wandel ist nur möglich, wenn sich in jedem einzelnen Menschen Denk- und Transformationsprozesse vollziehen, die sein Bewusstsein von Sich-Selbst und seiner Stellung in der Welt verändern. Diesen Prozess zu fördern, ist Aufgabe und Ziel der tiefen Ökologie.

 
Einführung Radiokolleg (mp3):
tiefenoekologie.at/wp/wp-content/uploads/radiokolleg_tiefenoekologie_2013-03.zip

Dokumentation 2014 - Cowspiracy – das offene Geheimnis zum Thema Nachhaltigkeit

Die Fakten

Schlimmster Umweltzerstörer weltweit - die für unseren Lebensstil  erforderliche Tierproduktion

7 Aspekte & Auswirkungen   (Quellen: www.cowspiracy.com/facts/ )

Klimawandel 

Globale Emission von Treibhausgasen:    51% aus Tierproduktion samt Begleiterscheinungen
13% aus Verkehr (Straße, Schiene, Luft- & Seefahrt)
Vegetarische Ernährung halbiert unseren CO2-Fußabdruck (d.h. von 12 to auf 6 to CO2/a in D)
Tierproduktion erzeugt 65 % der Lachgas-Emissionen (296 x klimaschädlicher als CO2)

Entwaldung

4000 - 8000 m² Regenwald (ein Fußballfeld) wird jede Sekunde abgeholzt.
Tierproduktion ist verantwortlich für 91 % der Waldrodungen am Amazonas.
Fläche des gerodeten Regenwalds:   10,5 Mio. Hektar für Palmölproduktion
55,0 Mio. Hektar für Tierproduktion

Artensterben

110 Tierarten sterben täglich aus - infolge der Abholzung des Regenwaldes.
Tierproduktion ist die Hauptursache für: das Artensterben
Todeszonen in den Ozeanen
Wasserverschmutzung
Zerstörung von Lebensräumen/Habitaten

Landnutzung

Für das Vordringen der Wüste auf  1/3 der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist die Tierproduktion verantwortlich.
Für die Tierproduktion wird 45 % der gesamten Landfläche gebraucht.
12.000 m² Land braucht man für   36.000 kg pflanzliche Nahrung oder
365 kg Fleisch/a
Ldw. Nutzfläche erforderlich für einen Haushalt bei veganer Ernährung = 670 m²
für Fleischkonsumenten =  18 x vegan

Exkremente

Jede Minute fallen allein in den USA 3.200 to Exkremente aus der Tierproduktion an.
Ein Milchviehbetrieb mit 2.500 Kühen erzeugt die gleiche Menge wie eine Großstadt mit 411.000 EW.

Wasserverbrauch

1 Hamburger = 3.000 l virtuelles Wasser = entspricht fast unserem pro Kopf Wasserverbrauch/Monat (in D = 3.750 l)
Milch- und Viehwirtschaft verbrauchen 1/3 des Trinkwassers der Erde
Wasserverbrauch in den USA:  5 % Haushalte
55 % Tierproduktion

Fischfang

3/4 der weltweiten Fischbestände sind überfischt
80,4 Mio. to Fisch werden jährlich als Wildfang aus den Ozeanen gefischt.

Mit jedem 1 Kilogramm Fisch werden ungewollt noch 5 kg Meereslebewesen als Beifang vernichtet.


Literatur:

Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima von Naomi Klein